Spargel wurde schon in der Antike als Heilmittel gepriesen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden dem Spargel viele gute Eigenschaften und auch geradezu wundersame Wirkungen nachgesagt. Von blutreinigender und harntreibender Wirkung ist in den historischen Kräuterbüchern oft zu lesen, aber auch von so Gegensätzlichem wie Empfängnisverhütung für Frauen und Potenzsteigerung für Männer wird berichtet. Verwendet werden in der Volksmedizin der gepresste Saft oder der Spargel selbst oder die Spargelwurzel, auch getrocknet. Sie sollte sogar helfen, wenn man sie als Amulett zusammen band und um den Hals trug.

Kein geringerer als Hippokrates erwähnte erstmals den Spargel als Heilpflanze, und das schon ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Und damit begann der Aufstieg des Allheilmittels gegen Steinleiden aller Art, Herzklopfen, Husten, Milz- und Leberleiden und Rheumatismus. Spargel sollte sogar bei Gicht helfen, was leider nicht zutrifft, wie wir heute wissen.

Jeder Spargelesser kennt wohl die harntreibenden Wirkung. Grund dafür ist die Aminosäure Asparagin. So ist Spargel tatsächlich gut für die Nieren und kann bei einer Reizblase oder Harnwegsinfektionen unterstützend wirken. Der Abbauprozess von Asparagin im Körper bewirkt bei jedem zweiten Spargelgenießer leider den unangenehmen Geruch im Urin. Darauf haben wir keinen Einfluss, das ist bei uns genetisch festgelegt.

Seinen guten Ruf als Liebestrank oder Liebesmahlzeit hat der Spargel vielleicht seinem hohen Vitamingehalt zu verdanken. Vor allem die Vitamine A, C und E sowie mehrere B-Vitamine, z.B. Folsäure sind im Spargel reichlich vorhanden. Auch Spurenelemente wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen liefert das leckere Gemüse.

Die Linderung etlicher Beschwerden, die mit einem Vitamin-Mangel einhergehen, wie Nervosität, Konzentrationsmangel oder auch Hautprobleme, wird dem Spargelgenuss zugeschrieben und hat sicher zu seinem guten Ruf beigetragen.

Und wer vor dem Sommer ein paar Pfunde loswerden will, der kann mit einer Spargeldiät prima Erfolge erzielen, wenn man denn an den leckeren Beilagen wie Buttersoße und Kartoffeln spart. 100 Gramm Spargel haben nur 21 Kilokalorien oder 90 Joule.

Traditionell endet die Spargelsaison am Johannistag, dem 24. Juni. Bis dahin hat eine Spargelpflanze schon sechs Mal versucht auszutreiben und einen grünen Busch zu bilden. Den 7. Versuch muss man nun wirklich wachsen lassen, damit die Pflanze bis zum Winterbeginn genügend Kraft für das nächste Jahr sammeln kann.

Nutzen wir also die Zeit für einige köstliche Spargelrezepte.